Ruanda

In Ruanda unterhalten die Pallottinerinnen drei Gesundheits- und Ernährungszentren, in denen die medizinische Grundversorgung für viele Menschen geleistet wird. Denn in diesem kleinen Land gibt es bei ca. 7 Millionen Einwohner nicht einmal 200 Ärzte.

 

In jedes der Zentren kommen täglich ca. 120 - 150 Patienten, um sich behandeln zu lassen, und noch einmal so viele Mütter mit ihren Kindern, die oft unterernährt sind.

 

Die Schwestern unterrichten die Mütter, wie sie mit den vorhandenen wenigen Mitteln gesündere Nahrung für ihre Kinder herstellen können. Aber oft müssen sie auch Nahrungsmittel, wie z.B. Milchpulver zur Verfügung stellen, weil gar nichts vorhanden ist.

 

Sr. Marta kümmert sich um die Waisenkinder

Ferner werden in Ruanda durch einige unserer Schwestern ca. 3.500 Waisen-kinder versorgt, die in Familien oder bei alleinstehenden Frauen unter-gebracht sind. Diese Pflegefamilien erhalten von den Schwestern für jedes Kind, das sie aufnehmen, ca. 7,70 € / Monat als einen kleinen Beitrag für Lebensmittel und Kleidung. Regelmäßig müssen die Familien besucht werden, um eine ordnungsgemäße Versorgung der Kinder zu gewährleisten. Wenn ein Kind krank ist, wird es durch eines der Gesundheitszentren medizinisch betreut. Für jedes Kind wird außerdem ein Schulgeld von ca. 25,-- € im Jahr benötigt. So kostet die Versorgung eines Kindes im Jahr ca. 110,-- bis 130,-- €.

 

Seit dem Bürgerkrieg von 1994 ist neben den medizinischen und sozialen Diensten die Versöhnungsarbeit wichtig und grundlegend geworden. Bis heute gibt es immer noch Racheakte, Mordanschläge und Übergriffe. Und die Gefängnisse sind überfüllt – unter den Gefangenen auch Kinder. In offiziellen Angaben wird von 90.000 Gefangenen gesprochen; doch sind dabei die Gefängnisse in kleinen Orten und Dörfern nicht mitgezählt. Wer von einem Nachbarn denunziert wird und ins Gefängnis kommt, muss jahrelang auf einen Prozess warten, den viele wegen Krankheit oder Unterernährung nicht mehr erleben werden.

 

Die Schwestern fördern und unterstützen Gruppen, die sich zum Gebet für den Frieden zusammenfinden und sich für andere einsetzen. Sie besuchen Gefangene, bringen ihnen Lebensmittel und Medikamente und behandeln sie. Regelmäßig finden im Gefängnis in Kigali Gottesdienste statt, an denen durchschnittlich 2.000 Gefangene teilnehmen.

 

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