Tansania

In Tansania betrug die Analphabetenrate 1995 trotz Schulpflicht für 7-14-jährige im Landesdurchschnitt 32 %. Um diesem Missstand abzuhelfen, haben die Pallottinerinnen in einer abgelegenen Gegend, die sonst keine Ausbildungsmöglichkeiten für Mädchen bietet, eine höhere Schule errichtet.

Sr. Mary beim Unterricht

In Siuyu werden Mädchen in vier Klassen zum Abschluss des Nationalen Examens geführt, das ungefähr der Mittleren Reife vergleichbar ist.

Die Schule wurde schnell staatlich anerkannt und die ersten Jahrgänge schnitten mit einem landesweit sehr guten Ergebnis ab. In jeder Klasse sind 45 Schülerinnen. Im Jahr 2000 wurde mit einer Aufstockung begonnen, so dass nun nach sechs Schuljahren ein dem Abitur vergleichbarer Abschluss erworben werden kann.

 

Die Schülerinnen leben in Wohngebäuden auf dem Schulgelände. Daneben gibt es eine Vorbereitungsklasse, die in einem Intensivjahr Schülerinnen und Schüler aus der näheren Umgebung auf den Einschulungstest für diese und andere höhere Schulen vorbereitet.

 

Die Mädchen haben mit dem Abschluss gute Aussichten, später eine Beschäftigung zu finden. Doch viele von ihnen sind nicht in der Lage, auch nur einen Teil des Schulgeldes von ca. 230,-- € im Jahr aufzubringen, das vor allem für ihren Lebensunterhalt gebraucht wird.

 

In Tansania muss eine Schule mit Internat eine eigene Krankenstation haben. Die 1999 eröffnete Station wird aber auch von vielen Menschen aus der Umgebung aufgesucht. Für sie ist es ein Segen, dass eine medizinische Versorgung bei den Schwestern möglich ist.

 

Während eine junge deutsche Schwester für zwei Jahre in Tansania gelebt hat, wurde mit einem Aufforstungsprogramm begonnen und der Anbau der Artemisia-Pflanze entwickelt. Der Kräutertee aus den getrockneten Blättern dieser einjährigen Pflanze wird als wirksame Ergänzung zur medikamentösen Behandlung gegen Malaria eingesetzt.

 

Inzwischen gehören 20 einheimische Schwestern zu der internationalen Gemeinschaft mit drei Deutschen, einer Polin und einer Irin. Dazu kommen Novizinnen, Postulantinnen und Kandidatinnen.

 

Es ist abzusehen, dass die Schule in die Hände von einheimischen Schwestern übergeben wird. Und es gibt auch andere Aufgaben und Projekte, für die die Schwestern von verschiedenen Seiten angefragt werden. Doch dazu braucht es neben einer guten Einführung in die Spiritualität der Gemeinschaft auch Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten für die jungen Schwestern. Daher hat die Gemeinschaft in Arusha ein Haus gebaut, das u.a. als Noviziat und Studienhaus dient.

 

Für weitere Informationen siehe die Webseite der Pallottinerinnen in Tansania

 

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