Spiritualität

Vinzenz Pallotti ließ das Bild "Königin der Apostel" von Cesaretti malen.

Drängend sah Vinzenz Pallotti den Auftrag Jesu an alle Menschen, das Evangelium zu leben und weiterzugeben – auf jede nur mögliche Weise und mit allen Mitteln.

 

Die im Zönakulum, dem Abendmahlsaal von Jerusalem, versammelten Jünger und Jüngerinnen Jesu wurden dabei für ihn zum Leitbild.

 

So lässt er für seine Gründung das Bild "Königin der Apostel" malen, dass Maria mit den Aposteln und zwei weiteren Frauen in einer Pfingstszene darstellt.

 

Doch Vinzenz Pallotti bezieht sich nicht allein auf das Pfingstereignis, wenn er auf das Zönakulum zu sprechen kommt.

 

Unterschiedliche biblische Szenen tragen sich an diesem Ort zu.

 

Aus ihnen lassen sich zentrale Elemente unserer Spiritualität und des pallottinischen Charismas ableiten:

 

• Das Zönakulum (der Abendmahlssaal oder das Obergemach) ist der Ort, an dem Jesus beim Abendmahl seine Selbsthingabe in der Einsetzung der Eucharistie und in der Fußwaschung vollzieht.

 

• Es ist der Ort, an den der Auferstandene zu den verängstigten Jüngern kommt – hinter die verschlossenen Türen, um Frieden und Versöhnung zu bringen.

 

• Es ist der Ort, in dem vor dem Pfingstereignis die Apostel zusammen sind; sie werden im biblischen Bericht einzeln beim Namen genannt, weil jede und jeder Einzelne mit dem je eigenen Charisma wichtig ist und weil die Mitverantwortung aller gefordert ist.

 

• Das Zönakulum ist der Ort, an dem die Wahl des Matthias und das Apostelkonzil stattfindet, also Entscheidungsfindung aus dem Glauben geschieht.

 

• Und es ist schließlich ein geistliches Zentrum, in dem, wie im Bild dargestellt, die gefalteten Hände im Mittelpunkt stehen.

 

Deshalb wollen auch wir:

- in Gebet und Gemeinschaft den Geist Jesu erwarten;

- wach sein für den Anruf Gottes;

- die Botschaft vom Gott der Liebe auf neue und anregende Weise verkünden;

- und diese Botschaft leben;

- andere zum Engagement und zur Mitarbeit anregen;

- das Engagement anderer schätzen und achten;

- Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit suchen.

 

Typische Charakteriska pallottinischer Spiritualität sind daher:

 

Die Anrufe Gottes sind zu jeder Zeit verschieden. Ein Kennzeichen pallottinischer Lebensweise ist es, auf die Zeichen der jeweiligen Zeit zu achten und sich der jeweils besonderen Probleme je nach Möglichkeit anzunehmen.

 

Dabei ist die Orientierung an der Würde jedes Menschen als Ebenbild Gottes Maßstab für das Handeln. Das gilt besonders für arme, ausgegrenzte und der Hilfe bedürftige Menschen.

 

Eine weitre typische Grundeinstellung ist das Bestreben, die Zusammenarbeit mit anderen zu suchen und zu leben, um das Gute, um Glaube und Liebe in der Welt zu vermehren.