Gebete Vinzenz Pallottis

Gott ist für Vinzenz Pallotti unendliche, sich verströmende Liebe.

Er betet:

 

Mein Gott! Du bist seit aller Ewigkeit in dir selbst unendlich glücklich. Du brauchst niemanden. Warum also hast du seit aller Ewigkeit den liebevollen Beschluß gefaßt, Himmel und Erde zu erschaffen? O, mein Gott, der Glaube sagt mir: Du bist die unendliche Güte und als solche willst du dich unendlich verströmen. Mit unendlicher Liebe hast du voll Erbarmen vor aller Ewigkeit das unaussprechliche Werk der Weltenschöpfung beschlossen, um in deine Geschöpfe dich selber ganz zu ergießen, dich, den Ewigen, den Unendlichen, Unermeßlichen, Unbegreiflichen.

 

 

• Gott erscheint Vinzenz Pallotti als Narr der Liebe,

der über jedes vernünftige Maß hinaus den Menschen liebt:

 

Mein Gott…, du bist unendliche Liebe und unendliche Barmherzigkeit. Du vergibst mir, wenn ich das kühne Wort zu sagen wage: Du bist für mich der Narr der Liebe und des Erbarmens. Denn in jedem Augenblick und immer, von aller Ewigkeit her denkst du an mich und gießest über mich unendliche Ströme der Gnade, der Huld, der Gaben, der Barmherzigkeit ... aus. Du nährst mich immer, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, und erhältst mich ... und verwandelst mich stündlich mehr ganz in dich. Alle diese Taten deiner Liebe und deines Erbarmens vollbringst du Tag und Nacht in mir, ob ich wache oder schlafe, ob ich esse oder trinke, ob ich umhergehe, ob ich an dich denke oder nicht an dich denke.

 

 

• Seine Sehnsucht nach Gott kleidet Vinzenz Pallotti in die Worte:

 

Mein Gott!

Nicht der Verstand, sondern Gott.

Nicht der Wille, sondern Gott.

Nicht die Seele, sondern Gott.

Nicht das Sehen, sondern Gott.

Nicht das Hören, sondern Gott.

Nicht der Geruch, sondern Gott.

Nicht der Geschmack und die Sprache, sondern Gott.

Nicht das Atmen, sondern Gott.

Nicht das Fühlen, sondern Gott.

Nicht das Herz, sondern Gott.

Nicht der Leib, sondern Gott.

Nicht die Luft, sondern Gott.

Nicht Speise und Trank, sondern Gott.

Nicht die Kleidung, sondern Gott.

Nicht die zeitlichen Dinge, sondern Gott.

Nicht der Reichtum, sondern Gott.

Nicht Ehrungen, sondern Gott.

Nicht weltliche Auszeichnungen, sondern Gott.

Nicht Würden, sondern Gott.

Nicht Beförderungen, sondern Gott.

Gott in allem und immer!

 

 

• Das Zönakulum wird für Vinzenz Pallotti zu einer inspirierenden Idee,

so dass er sich in seiner Vorstellung immer wieder an diesen Ort begibt:

 

Oft will ich mir vorstellen,

mit allen Geschöpfen im Abendmahlssaal von Jerusalem zu sein,

wo die Apostel den Heiligen Geist empfingen.

Wie die Apostel dort mit Maria zusammen waren,

so möchte ich mit meiner geliebten Mutter und Jesus zusammensein.

Da diese meine besonderen Fürsprecher sind, bin ich sicher,

dass sie auf mich und alle Geschöpfe die Fülle des Heiligen Geistes herabsteigen lassen.

 

 

• Vinzenz Pallotti staunt darüber, dass der Mensch, er selbst,

wie es in der Bibel (Gen 1,26) heißt, Gottes Ebenbild ist:

 

Mein Gott, meine unendliche Liebe, unnennbare Liebe, unbegreifliche Liebe! Es ist also Glaubenswahrheit, dass meine Seele nach deinem Bild und Gleichnis erschaffen ist. Sie ist nicht ein Bild auf Leinwand gemalt; noch ein Bild aus Holz, Stein, Metall, sondern ein in sich selbst bestehendes, lebendiges, vernünftiges, geistiges Wesen. Das, was von Natur aus ihr unterscheidendes Merkmal ist und ihr wahres, wirkliches Wesen ausmacht und grundlegt, ist das Geschöpfsein, das, in sich selbst bestehend, dich, o mein Gott, darstellt.

 

 

• Vinzenz Pallotti lädt ein zum Gebet um geistliche Berufe und um apostolische Gesinnung aller Getauften:

 

Ewiger Vater, du willst, dass alle Menschen zum Heil gelangen. Groß ist deine Barmherzigkeit und dein Sohn Jesus Christus ist für alle gestorben. Darum gib, dass alle dich erkennen und lieben. Im Glauben an Christi Tod und seine Auferstehung bitten wir ihn: Herr, sende Arbeiter in deine Ernte und erbarme dich deines Volkes.

 

Ewiges Wort, du bist Mensch geworden und hast uns erlöst. Bekehre alle Herzen zu dir. Für alle bist du gehorsam geworden bis zum Tod am Kreuz. Blicke auf die Verdienste deiner heiligen Mutter und aller Engel und Heiligen. Sie bitten dich mit uns: Herr, sende Arbeiter in deine Ernte und erbarme dich deines Volkes.

 

Heiliger Geist, um der unendlichen Verdienste unseres Herrn Jesus Christus willen entzünde in allen Herzen deine brennende Liebe, die alles vermag. Sie bewirke, dass die Menschheit eine Herde unter dem einen Hirten werde und alle dereinst im Himmel dein göttliches Erbarmen besingen. Königin der Apostel und alle Engel und Heiligen, bittet den Herrn der Ernte: Herr, sende Arbeiter in deine Ernte und erbarme dich deines Volkes, dass alle mit dir und dem Vater und dem Heiligen Geist vereint werden in der Freude der Ewigkeit. Amen.

 

 

• Sein Verlangen, sich selbst für andere ganz einzusetzen,

fasst Vinzenz Pallotti in die Worte:

 

Ich möchte Speise werden, um die Hungrigen satt zu machen; Kleidung, um die Nackten zu bedecken; Trank, um die Durstigen zu erfrischen; Arznei, um den Magen der Schwachen zu stärken; ein weiches Bett, damit sich die Müden ausruhen; Heilmittel und Fürsorge, um die Leiden der Kranken, der Lahmen, der Verstümmelten, der Tauben, der Stummen usw. zu lindern; Licht, um die geistlich und leiblich Erblindeten zu erleuchten; Leben, um alle Verstorbenen für Gottes Gnade oder für das zeitliche Leben zu erwecken; so könnten sie zurückkehren und auf Erden sogar bis zum Gerichtstag Großtaten zur Ehre meines Gottes, meines Vaters, meines Schöpfers, meines höchsten Gutes, meines ein und alles vollbringen.

 

 

• So möchte Vinzenz Pallotti Gott immer ähnlicher werden:

 

Allmächtiger und barmherziger Jesus, ... bewirke, dass dein Leben und das Leben der hochheiligen Dreifaltigkeit mein Leben sei: eine ewige Schau, eine ewige Liebe und eine ewige Mitteilung des Heiligen Geistes.